Intercontinental supergroup featuring
current and former members of
Amenra, Neurosis and Sepultura!
Na, da musses doch was Gutes sein!
Isses auch!
Fies und finster schleicht sich flüsternd und knacksend was an, man sieht aber nix, weils so düster ist. Bis es einen erwischt und packt und einem die Seele aus dem Leib saugt mit Krach und Schmerz und ohne Gnade, und dann sieht man natürlich auch nichts mehr. Nur Dunkelheit. In der hört man die verlorenen Seelen jammern und schreien und zähneklappern und sich zusammenrotten auf der Suche nach frischem Blut. Meinen die mich? Ja. Natürlich. Was hast du denn gedacht?
Krasse Stimmen, fetteste Gitarrenwände, langsam mahlende Drums. Bisschen Endzeit-Synthesizer-Sound. Das ist wirklich böse. Und wirklich gut gemacht von den Jungsis: Igor Cavalera von Sepultura (gelten die noch als Brasilianer?) an den Drums, Scott Kelly von Neurosis (US-Amis) an einer Gitarre, und die beiden Belgier mit den komischen Namen von Amenra an Bass und Gesang bzw. Gitarre und Tasten.
Auch das ruhigere zweite Stück ist hinreichend finster in seiner stoischen Trostlosigkeit, man muss ja keinen Krach machen und/oder angestrengt schnell spielen, um beeindruckende Intensität zu erzeugen, das haben wir jetzt schon oft genug gelernt, um es begriffen zu haben.
Der dritte Song ist dann in meinen Ohren der Kracher des Albums, unmenschlicher Gesang auf unbarmherzig walzenden und nicht enden wollenden Riffs, ohne jeden Schnickschnack auf den Hörer einprügelnd, sludgedoomiger Post-Metal der Extremen, die Faust geballt, der Kopf nickend, fühllose Masse, wer da nicht mitgeht. Und ein bisschen erleichtert ist, wenns nach sechs Minuten wieder vorbei ist.
Nach einigem Anlauf zerrt einen dann auch das vorletzte und längste Stück in den Abgrund, das trotz der Länge und theatralischen Bombastik vielleicht konventionellste, das so ähnlich auch von Neurosis oder Isis stammen könnte, zwei lang ausklingende Akkorde im Wechsel, dazu Geschrei und hallende Drums. Postrockige Passagen mit hallenden Gitarren in Zeitlupentempo als melancholischer Trost für zwischendurch, schmeichelnd weiche Darkwave-Stimmen noch dazu, jetzt gehts dir doch eigentlich ganz gut, hier ganz unten, so kurz vorm Ende, hm?
Aber wieder wacht das Grauen auf, schleicht sich erneut ganz langsam von hinten an, zunächst ohne Gitarren, nur mit Dröhnen und höllischen Verheißungen, das muss der Satan sein, den wir da hören, was will er denn noch? Gibt er denn gar keine Ruhe? Nein, natürlich nicht. Da habt ihr Gitarren. Und untergründigen Bass. Wie die ganze Zeit schon. Glücklich, wer da gute Boxen hat. Und aufdrehen darf. Oder auch nicht darf, wer lässt sich denn jetzt kurz vorm Untergang noch was von den Nachbarn erzählen?
Eins der neulich bei meiner Internetsuche rund um Neurosis entdeckte Nebenprojekte, bei dem der inzwischen geschasste und zurückgezogene Scott Kelly mitgemischt hat. Hatter fein gemacht. Die Musik.
Bei Amenra hab ich ja ab und zu mal reingehört und meist erstmal was ganz gut gefunden, mich dann aber doch immer wieder gelangweilt. Oder so. Irgendwie wars nüscht richtiges. Obwohl die Cover ihrer Alben ja auch immer so schön sind. Na ich versuchs einfach bei Gelegenheit nochmal. Vielleicht sollte ich mal chronologisch rangehen, da erschließt sich einem die Musik in ihrer Entwicklung oft ein bisschen besser.
Cooles Coverbild. Was haben sie da zusammengebastelt? Einen Schädel von wem mit Hörnern von wem? Oder ist ein Teil davon selbst modelliert? Oder alles? Oder gar nix, weil nur am Computer gebastelt? Von der »KI« ja eher nich, is ja schon ein paar Jahre alt die Platte.
Und schönes blutrotes Vinyl. Logo.
Und beim Nachdenken und das Erinnern an das gelegentliche Palaver meines Vaters immer wieder die lustige Überlegung, was wohl von der Musik übrigbliebe, wenn man alle Effekte und Effektgeräte und Effekthascherei wegließe und nur die reine Komposition auf dem Papier gelten ließe. Natürlich nicht viel. Schwer vorstellbar, dass das ein hörbarer Rest wäre. Obwohl, Lagerfeuergeklampfe ist oft auch nicht mehr als das. Klingt halt nur völlig anders.
Tracks
- Rise From Ruins
- In Spirit In Spite
- Sarin
- The Acres / The Ache
- The Half Rising Man