The Collective

Band
Gordon, Kim
Format
LP
Jahr
2023
Label
Matador
Kennung
OLE 2029 LP
Zusatz
Transparentes Vinyl, bedruckte Innenhülle

Krischan am

Limited Edition Coke Bottle Green Vinyl

Ooh yeah! Ein neues Album von Sonic Oma! Schaumerma. Ist bestimmt wieder so Popmusik.

Ja. Klar. Geht aber. Eigentlich sogar echt schicke Sachen dabei, würd muss ich sagen. Verzerrungen und Übersteuerungen in den Beats und in den Bässen, ohne dabei irgendwie tekknoid zu werden, das kommt alles mehr aus der Hiphop-Ecke, diese gezischelten Hihats und fetten Beats und die Vermeidung echter Melodien. Dazu lauter noisige Störgeräusche aus der E-Gitarren-Ecke und Industrial-Anleihen aus der Neubauten-Ecke, hie und da auch lustige Töne aus der Spielzeug-Ecke. Und natürlich die Stimme von Kim Gordon, weiterhin nicht mehr atonal herumstöhnend, sondern halb lakonisch, halb angeödet ihre Texte und Wort-Collagen zum aktuellen abgefackten Zustand der Gesellschaft aufsagend, gern durch weitere Effektgeräte hindurch. Dochdoch, das passt.

Hier könnte eigentlich ein Bandcamp-Player hin.

Und kracht. Und ist ja auch nicht so ein Kopfnicker-Hiphop zum Zappeln und Armefuchteln, sondern mehr so experimentelles Zeugs zum Zuhören. Kunst quasi. Als ganzes Album isses mir dann aber doch ein bisschen viel Gewummse. Ich finde auch die Song-Struktur nicht. Die natürlich auch gar nicht vorhanden ist. Wozu denn schließlich? Und es stellt sich mir wieder die Frage, wieviel vom Ergebnis jetzt eigentlich auf Ideen und Arbeit von Kim Gordon zurückzuführen ist, oder ob die Produzenten Justin Raisen und Anthony Paul Lopez da jetzt einfach ihr Ding gemacht haben und Kim Gordon dann einfach nur noch ihre Stimme drübergebügelt hat.

Muss ich nochmal dazuschreiben, dass es wieder ein paar Videos gibt, bei denen das Töchterlein die Hauptrolle spielt? Ja. Na klar. Hier zum Beispiel:

Hier könnte eigentlich ein Video hin.

Oder hier:

Hier könnte eigentlich ein Video hin.

Und das alles in Rosa! Warum? Weils einfach eine schöne Farbe ist? Vor allem in der Kombination mit dem Schwarz? Oder eben doch trotz allem für weibliche Themen steht? Und vor ein paar Jahren ja auch mit den rosa Pussy-Mützen absichtlich vereinnahmt wurde? Die Platte selbst in leicht grünlich getöntem, durchsichtigem Vinyl, das fürs Marketing unbedingt was mit Coca Cola zu tun haben muss. Wird das bezahlt?

Kam ja sinnvollerweise genau am 8. März raus. Kennt man diesen Tag in den USA? Inzwischen schon, wie ich gerade lese. Wird also möglicherweise wirklich Absicht gewesen sein. Da ich aber seinerzeit (vor ziemlich genau drei Monaten) noch weitere Platten bestellt hatte, die zwar zum Teil denselben Veröffentlichungstag angekündigt hatten, dann aber trotzdem wochen- und monatelang nicht verfügbar waren und zum Teil inzwischen auch gar nicht mehr zu haben sind, hat sich das mit dem Versand ewig hingezogen. Aber nu isse ja zu Hause angekommen.

Warum sind denn eigentlich die Download-Codes wieder aus der Mode gekommen? Lagen doch vor wenigen Monaten noch fast allen Vinyl-Platten bei, jetzt auf einmal wirklich nirgends mehr. Sauerei! (Aber mir reicht ja ehrlich gesagt für die digitale Kopie das 128-Bit-Zeugs, das man sich über Browser-Plugins bei Bandcamp oder Youtube rippen kann.)

Tracks

  1. Bye Bye
  2. The Candy House
  3. I Don’t Miss My Mind
  4. I’m A Man
  5. Trophies
  6. It’s Dark Inside
  7. Psychedelic Orgasm
  8. Tree House
  9. Shelf Warmer
  10. The Believers
  11. Dream Dollar

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