The Ascension

Band
Branca, Glenn
Format
LP
Jahr
1981
Label
Superior Viaduct
Kennung
SV 056

Krischan am

Ich könnte mir eigentlich mal wieder ein paar Platten kaufen. Taschengeld hab ich ja noch auf der hohen Kante liegen.

Glenn Branca’s first full-length album, originally released in 1981 on 99 Records. The Ascension effectively tears down the genre-ghettos between 20th century avant-garde and ecstatic rock ’n’ roll. Recommended for fans of Swans, Sonic Youth and Tony Conrad.

Zum Beispiel diesen Erstling von Glenn Branca. Das ist war so ein Tüpi an der Kante zwischen Neuer Musik und Rock-Musik. Der hat einen Haufen komisch gestimmter E-Gitarren antreten lassen und sich als Dirigent davorgestellt und sie alle gemeinsam nach einem geheimen Rezept zu ordentlichem Krach angestiftet. Oder zu schiefem Generve, allzu verzerrt auf die Kacke gehauen wird hier nämlich nicht, wir sind ja noch am Anfang der Achtziger Jahre, und Metal ist das sowieso nicht, der Sound ist also doch etwas cleaner als gedacht, aber die Lautstärke war wohl doch erheblich.

Sich ständig wiederholende Riffs, alle spielen dasselbe, Halbtonverschiebungen einzelner Instrumente als Klangveränderung, kleinere Änderungen durch die Rhythmusfraktion, aber auch durch ein dezentes Lauter- oder Leiserwerden. Melodien im klassischen Sinne eher mau, sowas ähnliches kommt höchstens durch die eine oder andere Basslinie rein. Konzentration auf einen Ton oder zwei, die in schräge Disharmonien eingebettet werden. Donnergrollen, Sirenenheulen, Glockenläuten, Maschinenstampfen, Schellengebimmel.

Manchmal klingts auch nett. Und phasenweise klingts tatsächlich wie frühes Sonic-Youth-Zeugs, es fehlt nur das ekstatische, hier wird das ja eher analytisch durchexerziert.

Hier könnte eigentlich ein Video hin.

Irgendwie trotzdem bisschen langweilig eigentlich, aber das liegt wohl weniger an den zähen Längen der stoischen Wiederholungen, als vielmehr doch in erster Linie an der geringen Lautstärke; man muss das schon recht laut hören, um das Geflirre und Gedröhne in den vielen, vor allem auf den hohen Lagen herumschraddelnden E-Gitarren heraushören zu können, die feinen Verschiebungen und schwebenden Obertöne, auf die es dem Herrn Branca seinerzeit so ankam. Abgeguckt hatte er sich das bei Rhys Chatham, bei dessen Guitar Trio er ein paar Jahre vorher mal mitgespielt hat; das verwechsle ich ja immer ein bisschen, wer da bei wem, aber wie üblich kennt man dann später den Abgucker besser als das Original. Weil ers halt besser gemacht hat.

Einen Teil der recht konventionell spielenden Rhythmus-Gruppe aus Bass und Schlagzeug hätte man fast weglassen können, ich sehe jedenfalls nicht, dass das einen echten Gewinn bringt. Dann kann man ja gleich Band Of Susans hören. Aber war wohl mehr der Konvention geschuldet oder der Zulassung in die hippen, koolen Kreise der New Yorker No-Wave-Szene. Da war er schließlich eine feste Säule. Als Theater-Mann und mit zwei kurzlebigen Bands und als Macher hinter dem Label Neutral, auf dem nicht zuletzt, nämlich als allererste Platte Sonic Youths Debüt erschienen ist.

Lee Ranaldo ist übrigens einer der Gitarristen, weswegen ich das hier als Nebenprojekt von Sonic Youth verbuche. Bei späteren Sachen hat er dann Thurston Moore noch mit hingeschleppt, da kannten sie sich ja schon über ihre neue gemeinsame Band.

Tracks

  1. Lesson No. 2
  2. The Spectacular Commodity
  3. Structure
  4. Light Field (In Consonance)
  5. The Ascension

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